MSCI World ETF: 10.000 € werden zu 12.400 €?
+24,00% Gesamtrendite. Rechnung: (12.400 − 10.000) ÷ 10.000 × 100.
Gib Startwert und Endwert ein. Du siehst die prozentuale Gesamtrendite deiner Anlage — Ausgangspunkt für jede Performance-Analyse.
MSCI World ETF: 10.000 € werden zu 12.400 €?
+24,00% Gesamtrendite. Rechnung: (12.400 − 10.000) ÷ 10.000 × 100.
Einzelaktie: 5.000 € Kauf, 3.800 € Verkauf?
−24,00% Rendite — ein Verlust von 1.200 €. Bei Verkauf kann der Verlust mit Gewinnen verrechnet werden.
Sparplan: 20.000 € eingezahlt, Depotwert 27.500 €?
+37,50% Gesamtrendite auf die Einzahlungen. Für die Jahresrendite musst du die Laufzeit einbeziehen.
ETF über 10 Jahre: 25.000 € werden zu 48.750 €?
+95,00 % Gesamtrendite. CAGR: 1,95^(1/10) − 1 ≈ 6,90 % p.a.
Festgeld 1 Jahr: 10.000 € werden zu 10.325 €?
+3,25 % Brutto. Nach 26,375 % Abgeltungsteuer bleiben rund 2,39 % netto.
Zwei ETFs: A +42 % in 6 Jahren, B +68 % in 9 Jahren — wer war stärker?
A: 6,01 % p.a. B: 5,93 % p.a. ETF A liegt annualisiert leicht vorn, trotz kleinerer Gesamtzahl.
Rendite ist der prozentuale Zuwachs einer Geldanlage bezogen auf den eingesetzten Betrag. Die einfachste Form ist die Gesamtrendite über die volle Laufzeit:
++Rendite % = (Endwert − Anfangswert + Ausschüttungen) ÷ Anfangswert × 100**
Der Begriff **Ausschüttungen++ steht für alles, was während der Laufzeit zusätzlich ausgezahlt wurde: Dividenden bei Aktien, Zinsen bei Anleihen, Kupons bei Festgeld, Mieteinnahmen bei Immobilien. Bei thesaurierenden ETFs ist dieser Posten null, weil die Erträge bereits im Endwert stecken.
Beispiel. Du kaufst für 10.000 € einen ausschüttenden ETF, kassierst über fünf Jahre 800 € Dividenden und verkaufst für 13.200 €. Rendite: (13.200 − 10.000 + 800) ÷ 10.000 × 100 = 40,00 %.
Ein häufiger Fehler: den Anfangswert ohne Ordergebühren und Ausgabeaufschlag ansetzen. Die korrekte Basis ist der Betrag, der tatsächlich aus deinem Konto abgeflossen ist — inklusive Transaktionskosten.
Die Gesamtrendite sagt nichts über die Geschwindigkeit. +40 % nach 5 Jahren ist etwas ganz anderes als +40 % nach 15 Jahren. Für den Vergleich nutzt man die annualisierte Rendite (Compound Annual Growth Rate, CAGR):
CAGR = (Endwert ÷ Anfangswert)^(1 ÷ Jahre) − 1
Beispiel 40 % über 5 Jahre: (14.000 ÷ 10.000)^(1/5) − 1 = 1,4^0,2 − 1 ≈ 6,96 % p.a.
Warum weicht das von der linearen Umrechnung ab? 40 % ÷ 5 Jahre = 8 % wäre die naive Durchschnittsrendite. Sie unterstellt aber keinen Zinseszins. Die CAGR rechnet mit dem Effekt, dass Gewinne im Folgejahr auf den bereits gewachsenen Bestand wirken. Je länger die Laufzeit, desto größer die Differenz.
| Gesamtrendite | Linear ÷ n | CAGR (n = 10 Jahre) |
|---|---|---|
| +50 % | +5,00 % | +4,14 % p.a. |
| +100 % | +10,00 % | +7,18 % p.a. |
| +200 % | +20,00 % | +11,61 % p.a. |
| +400 % | +40,00 % | +17,46 % p.a. |
Medien mischen beide Werte gern. Wer 8 % p.a. verspricht, meint manchmal die naive Division. Seriös ist ausschließlich die CAGR.
Orientierungswerte für den deutschen Markt, vor Kosten und Steuern:
| Anlageklasse | Typische Rendite | Schwankung | Charakter |
|---|---|---|---|
| Tagesgeld | 2,0 – 3,5 % | sehr niedrig | kurzfristig, flexibel |
| Festgeld 12 Monate | 2,5 – 3,8 % | sehr niedrig | Laufzeit fest gebunden |
| Bundesanleihen 10J | 2,3 – 2,8 % | niedrig | Staatsanleihe, Benchmark |
| Unternehmensanleihen | 3,5 – 5,5 % | mittel | Bonitätsabhängig |
| MSCI World ETF | ~ 7 % nominal, ~ 5 % real | hoch | langfristig, breit gestreut |
| DAX | ~ 7 – 8 % (1987 – 2024) | hoch | 40 deutsche Blue Chips |
| Immobilien (netto) | 3 – 4 % | mittel | Nettomietrendite, ohne Wertsteigerung |
| Gold | ~ 2 % real (100J) | mittel | Inflationsschutz, keine Ausschüttung |
Die Aktienzahlen stammen aus Langfrist-Reihen von Credit Suisse/UBS Global Investment Returns Yearbook und Deutsche Bundesbank. Einzelne Jahre können deutlich darüber oder darunter liegen — der MSCI World hat Jahre mit +30 % und Jahre mit −40 % hinter sich.
Vorsicht bei Werbeaussagen mit „historischer Rendite". 10-Jahres-Fenster, die 2009 beginnen, liegen strukturell höher als Fenster ab 2000. Finanztest und Stiftung Warentest empfehlen Vergleichszeiträume von mindestens 15 Jahren.
Auf Kapitalerträge fällt die Abgeltungsteuer an. Geregelt in §20 EStG und §43a EStG.
| Komponente | Satz | Hinweis |
|---|---|---|
| Kapitalertragsteuer (KESt) | 25 % | auf Zinsen, Dividenden, Kursgewinne |
| Solidaritätszuschlag | 5,5 % auf die KESt | nicht auf den Gewinn direkt |
| Kirchensteuer | 8 – 9 % auf die KESt | nur bei Konfession |
| Gesamtbelastung ohne Kirche | ≈ 26,375 % | |
| Gesamtbelastung mit Kirche | ≈ 27,8 – 27,99 % | je nach Bundesland |
Der Sparer-Pauschbetrag seit 2023: 1.000 € für Single, 2.000 € für zusammen veranlagte Ehepaare. Jeder Euro Kapitalertrag darunter bleibt steuerfrei, sofern ein Freistellungsauftrag bei der Bank hinterlegt ist.
Beispiel. 10.000 € MSCI World ETF werfen in einem Jahr 400 € Kursgewinn und 100 € Ausschüttung ab. Gesamt 500 €. Unter dem Pauschbetrag, also keine Steuer. Liegen die Erträge bei 2.000 €, sind 1.000 € steuerpflichtig. Abzug rund 263,75 € → Netto-Ertrag 1.736,25 €.
Bei thesaurierenden Fonds greift zusätzlich die Vorabpauschale (§18 InvStG). Sie besteuert einen fiktiven Mindestertrag auch ohne Ausschüttung, damit der Steuerstundungseffekt begrenzt bleibt. Im Jahr 2024 betrug der Basiszins 2,29 %, die Pauschale wurde im Januar 2025 fällig.
Nominale Rendite ist die Zahl auf dem Kontoauszug. Reale Rendite ist die Zahl nach Kaufkraftverlust. Genähert:
Realrendite ≈ Nominalrendite − Inflation
Exakt über die Fisher-Formel:
++Realrendite = (1 + Nominal) ÷ (1 + Inflation) − 1++
Beispiel Tagesgeld 3,0 % bei 2,5 % Inflation. Näherung: +0,50 %. Exakt: 1,03 ÷ 1,025 − 1 = 0,488 %. Beim Tagesgeld klein, doch über Jahre spürbar.
Beispiel ETF 7,0 % bei 2,5 % Inflation. Näherung: +4,50 %. Exakt: 1,07 ÷ 1,025 − 1 = 4,39 %.
In Zeiten hoher Inflation dreht das Vorzeichen: 2022 lag deutsche Inflation bei 6,9 %, Tagesgeld unter 1 %. Realrendite rund −5,5 %. Wer nur auf die Nominalzahl schaut, übersieht den realen Vermögensverlust.
Die Total Expense Ratio (TER) ist die jährliche Kostenquote eines Fonds. Sie wird vom Anlagevermögen abgezogen — jedes Jahr, auf den aktuellen Bestand. Der Effekt wächst mit der Laufzeit.
Beispielhafte Endwerte aus 10.000 € Einmalanlage bei 7 % Bruttorendite p.a.:
| TER | 10 Jahre | 20 Jahre | 30 Jahre | Einbuße auf 30J |
|---|---|---|---|---|
| 0,00 % | 19.672 € | 38.697 € | 76.123 € | — |
| 0,20 % (ETF typisch) | 19.309 € | 37.287 € | 72.026 € | −4.097 € |
| 0,80 % (aktiver Fonds günstig) | 18.257 € | 33.332 € | 60.835 € | −15.288 € |
| 1,80 % (aktiver Fonds teuer) | 16.591 € | 27.530 € | 45.671 € | −30.452 € |
Ein TER-Unterschied von 1,6 Prozentpunkten frisst auf 30 Jahre mehr als 40 % des möglichen Endwerts. Das ist der Hauptgrund, warum Verbraucherzentralen und Finanztest zu breit gestreuten ETFs mit TER unter 0,3 % raten.
Zur TER kommen bei aktiven Fonds oft ein Ausgabeaufschlag (bis 5 %) und erfolgsabhängige Gebühren. ETFs kennen beides meist nicht — der Spread an der Börse ersetzt den Ausgabeaufschlag und liegt bei liquiden ETFs unter 0,1 %.
Total Return und CAGR verwechseln. +40 % klingt wie +40 % p.a. — ist es aber über 5 Jahre nicht. Immer auf „pro Jahr" prüfen.
Ausschüttungen vergessen. Bei ausschüttenden Fonds sinkt der Kurs nach der Dividende. Wer nur Kauf- und Verkaufskurs vergleicht, unterschätzt die Rendite systematisch. Thesaurierend vs. ausschüttend ergibt bei korrekter Rechnung denselben Ertrag — vor Steuern.
Steuern ignorieren. Bei Aktien-ETFs gilt die Teilfreistellung von 30 % (§20 InvStG). Nur 70 % des Gewinns werden besteuert. Bei Immobilien im Privatvermögen nach 10 Jahren Haltefrist sogar 0 % — aber nur, wenn die Voraussetzungen des §23 EStG erfüllt sind.
Inflation nicht einrechnen. 5 % Nominalrendite bei 4 % Inflation sind real 0,96 %, nicht 5 %.
Perioden mischen. MSCI World über 10 Jahre ab 2014: rund 10 % p.a. Ab 2000: rund 4,5 % p.a. Die Startsequenz ändert alles. Fair ist der Vergleich gleich langer, gleich begonnener Zeiträume.
Einzahlungen nicht sauber behandeln. Die einfache Rendite-Formel unterstellt eine Einmalanlage. Bei regelmäßigen Sparraten brauchst du die zeitgewichtete Rendite oder die interne Zinsfußmethode (IRR). Der Rechner oben liefert die einfache Version — gut für Einmalanlagen, ungenau für Sparpläne.
Aufgabe 1: MSCI World ETF über 10 Jahre. Einmalanlage 25.000 €, Depotwert heute 48.750 €, keine Ausschüttung (thesaurierend).
Aufgabe 2: Tagesgeld über 1 Jahr. 10.000 € zu 3,25 % Zins, Sparer-Pauschbetrag bereits ausgeschöpft.
Aufgabe 3: Immobilien-Nettomietrendite. Wohnung Kaufpreis 320.000 € inkl. Nebenkosten, Jahres-Nettokaltmiete 12.600 €, nicht umlagefähige Kosten 2.100 €.
Aufgabe 4: Zwei ETFs vergleichen. ETF A: +42 % über 6 Jahre. ETF B: +68 % über 9 Jahre. Welcher war stärker?