1.000 € bei 2% Inflation (EZB-Ziel)?
980,39 € reale Kaufkraft. Rechnung: 1.000 ÷ 1,02. Der Verlust beträgt rund 19,61 €.
Gib einen Nominalbetrag und die Inflationsrate ein. Du siehst sofort, wie viel reale Kaufkraft nach einem Jahr übrig bleibt.
1.000 € bei 2% Inflation (EZB-Ziel)?
980,39 € reale Kaufkraft. Rechnung: 1.000 ÷ 1,02. Der Verlust beträgt rund 19,61 €.
10.000 € Tagesgeld bei 7,9% Inflation (Deutschland 2022)?
9.267,84 € reale Kaufkraft. Das Vermögen verliert in einem Jahr 732,16 € an Wert.
25.000 € Sparguthaben bei 3% Inflation?
24.271,84 € reale Kaufkraft. Nach einem Jahr fehlen 728,16 €, um dieselben Waren zu kaufen.
5.000 € Tagesgeld nach 5 Jahren bei 3% Inflation?
4.854,37 € nach einem Jahr. Über 5 Jahre: 5.000 ÷ 1,03^5 = 4.313,04 €. Realverlust kumuliert rund 13,7%.
Wann halbiert sich Geld bei 4% Inflation?
Nach rund 18 Jahren (Faustregel 72 ÷ 4). Exakt: ln(2) ÷ ln(1,04) = 17,67 Jahre. Pro Jahr verliert der Betrag 384,62 €.
Festgeld 3% bei Inflation 5% — was bleibt real?
9.523,81 € reale Kaufkraft. Trotz 300 € Nominalzins schrumpft das Vermögen real um 1,90%. Realrendite negativ.
Kaufkraft ist der reale Gegenwert von Geld — wie viele Waren oder Dienstleistungen du für einen Eurobetrag tatsächlich bekommst. Steigen die Preise, sinkt die Kaufkraft, selbst wenn dein Konto unverändert bleibt.
Der entscheidende Punkt: ein Euro auf dem Tagesgeldkonto verliert jedes Jahr an Wert, solange die Inflation positiv ist. Bei 0% Zinsen und 3% Inflation schmelzen 10.000€ in einem Jahr auf rund 9.709€ reale Kaufkraft.
Gemessen wird die Inflation in Deutschland vom Statistischen Bundesamt (Destatis) über den Verbraucherpreisindex (VPI) und auf europäischer Ebene über den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Beide Indizes folgen einem festen Warenkorb mit rund 650 Gütern und Dienstleistungen.
Das Wägungsschema gewichtet die Ausgabenkategorien grob so:
Diese Gewichte werden alle fünf Jahre neu justiert (zuletzt Basisjahr 2020).
Es kursieren zwei Formeln, die oft verwechselt werden. Nur eine ist mathematisch korrekt.
Falsch (lineare Näherung): Verlust = Inflation × Jahre. Diese Formel unterschätzt den Effekt, weil sie den Zinseszinseffekt ignoriert.
Korrekt (exponentielle Formel):
Reale Kaufkraft = Nominalbetrag ÷ (1 + i)^n
Dabei ist i die Inflationsrate als Dezimalzahl und n die Anzahl der Jahre. Eine zweite gängige Schreibweise nähert den Verlust direkt an: Reale Kaufkraft ≈ Nominalbetrag × (1 − i)^n. Sie liefert ähnliche, aber leicht abweichende Werte. Verwende immer die Division — sie ist exakt.
Beispiel — 10.000€ bei 3% Inflation über 10 Jahre:
Die lineare Näherung würde 30% Verlust suggerieren — zu hoch. Der echte Wert liegt durch den Diskontierungseffekt darunter.
Die Jahre seit der Pandemie zeigen das Spektrum: von Niedrig- über Hyperinflation wieder zurück zur Normalisierung.
| Jahr | Inflationsrate (DE) | Kaufkraft 100€ aus 2020 |
|---|---|---|
| 2020 | 0,5% | 100,00€ |
| 2021 | 3,1% | 96,99€ |
| 2022 | 6,9% | 90,73€ |
| 2023 | 5,9% | 85,68€ |
| 2024 | 2,2% | 83,84€ |
Quelle: Destatis, Verbraucherpreisindex 2020 = 100. Werte gerundet.
Was 2020 mit 100€ zu kaufen war, kostet 2024 rund 119,30€ in heutigem Geld. Andersherum: Hast du 100€ aus 2020 unverzinst liegen lassen, sind sie heute nur noch 83,84€ wert. Die Inflationswelle 2022/2023 (Energiepreise nach dem Überfall auf die Ukraine) hat in zwei Jahren mehr Kaufkraft vernichtet als die zehn Jahre davor.
Hier wird der Effekt langfristig sichtbar. Die folgende Tabelle zeigt den realen Wert von 10.000€ bei verschiedenen Inflationsraten:
| Inflation | Nach 10 Jahren | Nach 20 Jahren | Nach 30 Jahren |
|---|---|---|---|
| 2% (EZB-Ziel) | 8.203,48€ | 6.729,71€ | 5.520,71€ |
| 4% | 6.755,64€ | 4.563,87€ | 3.083,19€ |
| 6% | 5.583,95€ | 3.118,05€ | 1.741,10€ |
Selbst beim EZB-Inflationsziel von 2% verlieren 10.000€ in 30 Jahren fast die Hälfte ihrer realen Kaufkraft. Bei 6% Inflation schrumpft das Vermögen auf weniger als ein Fünftel.
Die Skalierung ist linear: Für 100.000€ multiplizierst du die Werte mit zehn, für 1.000€ teilst du durch zehn. Der prozentuale Verlust hängt nur von Inflation und Dauer ab, nicht vom Betrag.
Eine alte Bankerregel hilft beim Kopfrechnen. Teile 72 durch die Inflationsrate, und du erhältst die Anzahl Jahre, in denen sich die Kaufkraft halbiert.
Halbierungszeit ≈ 72 ÷ Inflationsrate
| Inflationsrate | Halbierung nach |
|---|---|
| 2% | 36 Jahre |
| 3% | 24 Jahre |
| 4% | 18 Jahre |
| 6% | 12 Jahre |
| 8% | 9 Jahre |
Die Regel ist eine Näherung der exakten Formel n = ln(2) ÷ ln(1+i), liegt aber für realistische Inflationsraten erstaunlich nah am wahren Wert. Bei 3% sagt sie 24 Jahre — die exakte Rechnung ergibt 23,45 Jahre.
Die Gesamtinflation schwankt stark, weil Energie- und Lebensmittelpreise volatil sind. Die Kerninflation klammert beide Posten aus und zeigt den unterliegenden Preisdruck.
Beispiel: Im Oktober 2022 lag die Gesamtinflation in Deutschland bei 10,4%, die Kerninflation bei 5,0%. Der Großteil der Spitze kam aus Energiepreisen. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bundesbank achten stärker auf die Kerninflation, weil sie die Geldpolitik besser steuern können — Ölpreise lassen sich durch Leitzinsen kaum beeinflussen.
Das EZB-Inflationsziel liegt bei 2% mittel- bis langfristig. Werte darüber gelten als Preisstabilitätsrisiko nach oben, Werte darunter als Deflationsrisiko.
Inflation hat Gewinner und Verlierer.
Verlierer: Sparer mit niedrig verzinsten Tagesgeld- oder Girokonten. Wenn die Nominalverzinsung unter der Inflationsrate liegt, ist die Realrendite negativ. Bei 1% Tagesgeldzins und 3% Inflation verlierst du jährlich rund 2% Kaufkraft.
Gewinner: Schuldner mit fester Verzinsung. Ein Immobilienkredit über 200.000€ zu 2% Festzins wird durch Inflation real entwertet. Du zahlst nominell denselben Betrag zurück, aber in Geld mit weniger Kaufkraft.
Kompensation durch Realrendite: Damit dein Vermögen real wächst, muss die Nominalrendite die Inflation übertreffen. Die exakte Formel (Fisher-Gleichung):
Realrendite = (1 + Nominalrendite) ÷ (1 + Inflation) − 1
Vereinfacht: Realrendite ≈ Nominalrendite − Inflationsrate. Bei 5% Festgeldzins und 3% Inflation bleibt rund 2% reale Wertsteigerung pro Jahr.
Lineare statt exponentielle Berechnung. Über kurze Zeiträume akzeptabel, über 10+ Jahre stark verzerrend.
Brutto- und Nettobeträge vermischen. Zinsen auf Sparguthaben unterliegen der Abgeltungsteuer (25% plus Soli). Real bleibt nur das, was nach Steuer übrig ist.
Regionale Unterschiede ignorieren. Mietsteigerungen in Berlin oder München liegen oft deutlich über dem bundesweiten VPI. Der HVPI bildet einen Durchschnitt ab — dein persönlicher Warenkorb kann stark abweichen.
Inflation mit Tagespreisschwankungen verwechseln. Ein einzelner Preissprung an der Tankstelle ist keine Inflation. Inflation ist ein anhaltender, breiter Preisanstieg über alle Warengruppen.
Beispiel 1. 5.000€ Tagesgeld zu 0%, fünf Jahre bei 3% Inflation. Realer Wert: 5.000 ÷ 1,03^5 = 5.000 ÷ 1,1593 = 4.313,04€. Verlust: 686,96€.
Beispiel 2. Sparbuch 20.000€ bei 4% Inflation über 20 Jahre. Realer Wert: 20.000 ÷ 1,04^20 = 20.000 ÷ 2,1911 = 9.127,74€. Mehr als die Hälfte ist weg.
Beispiel 3. Wann halbieren sich 50.000€ bei 5% Inflation? 72 ÷ 5 = 14,4 Jahre. Exakt: ln(2) ÷ ln(1,05) = 14,21 Jahre.
Beispiel 4. Festgeld 3% nominal, Inflation 5%. Realrendite: (1,03 ÷ 1,05) − 1 = −1,90%. Trotz positiver Zinsen verlierst du jedes Jahr Kaufkraft.
Der Rechner oben deckt die Ein-Jahres-Berechnung ab. Für längere Zeiträume rechnest du den Faktor (1 + i/100)^n separat aus und teilst den Nominalbetrag durch das Ergebnis.