2 cm Gefälle auf 1 m Duschboden?
2%. Typisches Mindestgefälle für eine bodengleiche Dusche, damit Wasser sauber abläuft.
Gib Höhenunterschied und Distanz ein. Das Ergebnis zeigt das Gefälle in Prozent — wichtig für Wasserableitung und Barrierefreiheit.
2 cm Gefälle auf 1 m Duschboden?
2%. Typisches Mindestgefälle für eine bodengleiche Dusche, damit Wasser sauber abläuft.
6 cm Höhenunterschied auf einer 1 m langen Rampe?
6%. Das maximale Gefälle nach DIN 18040 für barrierefreie Rampen.
400 m Höhenunterschied auf 1.600 m Skipiste?
25% Gefälle. Eine sportliche rote, fast schwarze Piste.
Abwasserrohr DN 100, 12 m Länge, 1% Gefälle — Höhenunterschied?
1,0%. Rechnung: 0,12 ÷ 12 × 100 = 1. Entspricht der DIN 1986-100 für Sammelleitungen Schmutzwasser.
Flachdach mit 8 m Lauflänge zum Gully, 24 cm Höhenunterschied — wie viel Gefälle?
3,0%. Empfohlener Wert über dem ZVDH-Mindestmaß von 2%, sicher gegen Pfützenbildung.
Hofpflaster 6 m, 12 cm Höhenunterschied — passt das zur ZTV Wegebau?
2,0%. Liegt am unteren Rand der Empfehlung (2 bis 2,5%), funktioniert für normale Niederschlagsmengen.
Beim Gefälle geht es selten um Bergstraßen, sondern fast immer um Wasser. Eine Leitung, ein Dach, eine Terrasse muss so geneigt sein, dass Wasser zuverlässig abläuft — und zwar in die richtige Richtung. Die Rechnung ist trivial, die Folgen eines falschen Werts sind teuer.
Gefälle (%) = (Höhenunterschied ÷ Lauflänge) × 100
Die Lauflänge ist die horizontale Strecke zwischen Anfang und Ende der Leitung oder Fläche, gemessen am Boden — nicht entlang der schrägen Oberseite. Ein Abwasserrohr von 12 m Länge mit 2% Gefälle braucht entsprechend 24 cm Höhenunterschied zwischen Anschluss und Auslauf.
In der Sanitärtechnik begegnet dir auch die Schreibweise cm/m oder mm/m. Das ist nichts anderes als ein Prozentwert in anderer Verpackung. 1 cm pro 1 m sind 1%. 5 mm pro 1 m sind 0,5%. Promille (‰) tauchen bei großen Kanalrohren und in der Hydraulik auf: 1‰ = 0,1%. Die folgende Tabelle hilft beim Umrechnen.
| Prozent | mm pro Meter | cm pro Meter | Promille |
|---|---|---|---|
| 0,5% | 5 mm/m | 0,5 cm/m | 5 ‰ |
| 1% | 10 mm/m | 1 cm/m | 10 ‰ |
| 2% | 20 mm/m | 2 cm/m | 20 ‰ |
| 3% | 30 mm/m | 3 cm/m | 30 ‰ |
| 5% | 50 mm/m | 5 cm/m | 50 ‰ |
Wer einen Bauplan liest, sieht oft das Symbol 1:50 oder 1:100. Auch das ist Gefälle: 1:50 bedeutet 1 m Höhenunterschied auf 50 m Lauflänge, also 2%. 1:100 sind 1%.
Für Entwässerungsanlagen ist die DIN 1986-100 das maßgebliche Regelwerk in Deutschland. Sie unterscheidet zwischen Anschlussleitungen (vom Sanitärobjekt zum Fallrohr), Sammelleitungen und Grundleitungen (im Erdreich, zur öffentlichen Kanalisation). Die Norm definiert nicht nur das Mindestgefälle, sondern auch eine Obergrenze.
| Anwendung | Mindestgefälle | Regelwerk |
|---|---|---|
| Anschluss Dusche, Badewanne | 2,0% (1:50) | DIN 1986-100 |
| Anschluss WC | 2,0% (1:50) | DIN 1986-100 |
| Anschluss Spülbecken Küche | 2,0% (1:50) | DIN 1986-100 |
| Sammelleitung Schmutzwasser | 1,0% (1:100) | DIN 1986-100 |
| Grundleitung Schmutzwasser | 0,5% (1:200) | DIN 1986-100 |
| Grundleitung Regenwasser | 1,0% (1:100) | DIN 1986-100 |
| Flachdach (warm/kalt) | 2,0% | Flachdachrichtlinie ZVDH |
| Terrasse, Balkon | 1,5 bis 2,0% | DIN 18531 |
| Dachrinne | 0,1 bis 0,3% | DIN EN 612 |
| Pflasterung Hofeinfahrt | 2,0 bis 2,5% | ZTV Wegebau |
| Garagenrampe (Außenbereich) | bis 15% | EAR (Empfehlung) |
Die Obergrenze ist weniger bekannt, aber genauso wichtig. In Schmutzwasserrohren empfiehlt die DIN 1986-100 ein maximales Gefälle von 1:DN — also 1:100 für ein DN 100 Rohr (1%) oder 1:50 für DN 50 (2%). Hintergrund: bei zu starkem Gefälle läuft das Wasser schneller als die mitgeführten Feststoffe, das Wasser „verlässt" die Feststoffe, und die Leitung verstopft. Eine Steilstrecke aus dem ersten Stock in den Keller ist davon ausgenommen, dort sind freie Falle ausdrücklich erlaubt.
Die Flachdachrichtlinie des ZVDH (Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks) nennt 2% als Mindestgefälle. In der Praxis empfehlen Bausachverständige seit Jahren 3 bis 5%. Der Grund: Bauwerke setzen sich, Dachhaut und Dämmung verformen sich, und nach wenigen Jahren bilden sich Pfützen — sogenannte Wasserlachen oder „Pfützenflächen". Die DIN 18531 (Abdichtung nicht genutzter und genutzter Dächer) lässt zwar Dächer ohne Gefälle zu, schreibt dann aber strengere Abdichtungsklassen und kürzere Wartungsintervalle vor.
Bei Terrassen und Balkonen wird das Gefälle vom Gebäude weg angelegt. Üblich sind 1,5 bis 2%. Eine 4 m tiefe Terrasse braucht also 6 bis 8 cm Höhenunterschied zwischen Hauswand und Außenkante. Wer das Gefälle Richtung Hauswand legt — sei es aus Versehen oder durch Setzung — riskiert Feuchteschäden im Anschluss zur Fassade.
Dachrinnen kommen mit erstaunlich wenig Gefälle aus. Die DIN EN 612 erlaubt 1 bis 3 mm pro Meter (0,1 bis 0,3%). Bei einer 10 m langen Rinne sind das 10 bis 30 mm Höhenunterschied zwischen Hochpunkt und Fallrohranschluss. Mehr Gefälle ist optisch unschön und bringt hydraulisch keinen Vorteil.
In der öffentlichen Kanalisation gilt eine andere Logik. Hier zählt nicht das Mindestgefälle für die Befüllung, sondern für die Selbstreinigung — die Geschwindigkeit, mit der das Wasser Sedimente und Sand aus dem Rohr spült. Die DWA-A 110 und die DIN EN 752 definieren als Faustregel eine Mindestschleppspannung, aus der sich für jeden Rohrdurchmesser ein eigenes Mindestgefälle ergibt.
| Rohrdurchmesser DN | Empfehlung Mindestgefälle |
|---|---|
| DN 100 | 10 ‰ (1,0%) |
| DN 200 | 5 ‰ (0,5%) |
| DN 400 | 2,5 ‰ (0,25%) |
| DN 1000 | 1,0 ‰ (0,1%) |
Je größer das Rohr, desto kleiner das nötige Gefälle, weil die Strömungsgeschwindigkeit bei gegebener Schleppspannung ohnehin höher ist. Tiefbau-Planer rechnen mit Programmen wie HYSTEM-EXTRAN oder KANAL**; das Prinzip bleibt dasselbe.
Bei kurzen Strecken bis 2 m reicht eine lange Wasserwaage mit Maßband. Eine 2 m Wasserwaage und 4 cm Höhenunterschied zwischen den Auflagern ergeben 2% Gefälle. Bei längeren Strecken summieren sich Messfehler — eine Schlauchwaage oder ein Rotationslaser sind dann die besseren Werkzeuge.
Wichtig in der Sanitärinstallation: das Gefälle wird auf der Rohrachse gemessen, nicht an der Sohle. Bei Wandeinbau hilft ein Steckmaß oder eine Setzlatte mit eingebauter Libelle. Profis kalibrieren ihre Wasserwaage einmal im Jahr — eine schiefe Libelle ergibt ein systematisch falsches Gefälle, das auf jeder Baustelle wieder auftaucht.
Bei einer Bodenablauf-Dusche („bodengleiche Dusche") wird das Gefälle nicht über das Rohr, sondern über das Estrichgefälle erzeugt. Üblich sind 2% allseitig zum Ablauf, was bei einem 1,2 m × 1,2 m Duschfeld einem Höhenunterschied von 24 mm zwischen Außenkante und Ablauf entspricht.
Lauflänge mit Schräglänge verwechseln. Bei 2% Gefälle ist der Unterschied zwischen Bodenprojektion und tatsächlicher Rohrlänge winzig (rund 0,02%) — irrelevant. Bei einer Garagenrampe mit 15% lohnt sich die saubere Trennung aber.
cm/m und mm/m vertauschen. Ein Bauleiter, der „2 mm pro Meter" sagt, meint 0,2% — nicht 2%. Im Sanitärbereich ist das ein Faktor 10. Bei jeder Angabe nachfragen, in welcher Einheit.
Promille mit Prozent verwechseln. 5‰ sind 0,5%, nicht 5%. Bei Kanalrohren sind beide Schreibweisen üblich, beim Hausanschluss eher Prozent.
Falsche Gefälle-Richtung. Klingt trivial, ist die häufigste Beanstandung beim Bauabschluss: Terrassen und Balkone, die zur Hauswand hin entwässern. Vor dem Estricheinbau immer mit dem Schlauchwasser oder Laser kontrollieren, in welche Richtung die Mörtelschicht abfällt.
Obergrenze missachten. Wer aus „mehr ist besser"-Reflex eine Anschlussleitung mit 8% verlegt, riskiert Verstopfungen. Die DIN-Empfehlung 1:DN ist kein Vorschlag, sondern hydraulisch begründet.
Aufgabe 1. Eine bodengleiche Dusche misst 1,20 m × 1,20 m. Estrichgefälle 2% allseitig zum Ablauf. Wie hoch ist die Außenkante über dem Ablaufpunkt?
Aufgabe 2. Eine Sammelleitung Schmutzwasser DN 100 verläuft 12 m horizontal. Wie groß muss der Höhenunterschied bei 1% Mindestgefälle sein, und welche Obergrenze gilt?
Aufgabe 3. Ein Flachdach hat 8 m Lauflänge bis zum Innengully. Welcher Höhenunterschied ergibt sich bei den empfohlenen 3% Gefälle?
Aufgabe 4. Eine Hofentwässerung soll auf 6 m Pflasterstrecke 12 cm abfallen. Welches Gefälle ist das, und liegt es im Normbereich?