100 m Höhenunterschied auf 1.000 m Strecke?
Steigung: 10%. Formel: (100 ÷ 1.000) × 100 = 10%. Ein typischer Alpenpass.
Gib Höhenunterschied und horizontale Distanz ein. Du erhältst die Steigung in Prozent — für Radtour, Autofahrt oder Bauplanung.
100 m Höhenunterschied auf 1.000 m Strecke?
Steigung: 10%. Formel: (100 ÷ 1.000) × 100 = 10%. Ein typischer Alpenpass.
6 m Höhe auf 100 m Distanz (Bundesautobahn)?
6%. Das ist die maximale Richtgröße für Autobahnen in Deutschland.
2,5 m Höhe auf einem 5 m langen Dachbalken?
50% Dachneigung. Entspricht etwa 26,6 Grad.
Straße gewinnt 120 m Höhe auf 1.500 m Lauflänge — Steigung?
8,0%. Rechnung: 120 ÷ 1.500 × 100 = 8. Entspricht einem typischen Alpenpass.
Barrierefreie Rampe für 60 cm Höhenunterschied — maximal 6%?
6,0%. Mindestlauflänge 10 m nach DIN 18040. Ab 6 m Länge ist ein Zwischenpodest Pflicht.
Dachneigung 30° — wie viel Prozent?
57,74%. Umrechnung: tan(30°) × 100 = 57,74. Regeldachwert für Ziegel.
Eine Steigung in Prozent sagt dir, wie viele Meter du auf 100 Meter horizontaler Strecke nach oben (oder unten) überwindest. Die Formel ist schlicht:
Steigung (%) = (Höhenunterschied ÷ horizontale Strecke) × 100
Entscheidend ist der Begriff horizontale Strecke. Er wird in der Praxis auch Lauflänge genannt. Gemeint ist die Projektion auf den Boden, nicht die schräge Strecke, die man tatsächlich entlangfährt oder entlangläuft. Wer die Schrägstrecke (Hypotenuse) einsetzt, erhält einen leicht zu kleinen Wert. Der Unterschied ist bei moderaten Steigungen gering (bei 10% rund 0,5%), wird aber bei steilen Rampen spürbar.
Ein konkretes Beispiel. Eine Landstraße gewinnt auf 1.500 m Lauflänge genau 120 m Höhe. Die Steigung beträgt 120 ÷ 1.500 × 100 = 8,0%. Das ist der Wert, der auf dem Verkehrszeichen erscheint.
Der Begriff Gefälle beschreibt dasselbe, nur abwärts. Die Formel bleibt identisch, das Vorzeichen wechselt. In der Praxis werden beide Werte ohne Vorzeichen angegeben und aus dem Kontext erschlossen.
Prozent und Grad sind zwei unterschiedliche Maße für denselben Winkel, und sie stehen nicht linear zueinander. Die Umrechnung läuft über die Tangens-Funktion:
Prozent = tan(α) × 100 · α = arctan(Prozent ÷ 100)
Der häufigste Fehler: Man multipliziert Grad mit einem festen Faktor, um Prozent zu erhalten. Das funktioniert nur bei sehr kleinen Winkeln als Näherung. Ab etwa 10° weicht die Näherung deutlich ab.
| Winkel | Steigung |
|---|---|
| 1° | 1,75% |
| 5° | 8,75% |
| 10° | 17,63% |
| 15° | 26,79% |
| 20° | 36,40% |
| 30° | 57,74% |
| 45° | 100% |
| 60° | 173,21% |
| 90° | ∞ |
Zwei Werte lohnen das Merken. 45° entsprechen exakt 100%, weil Höhe und Lauflänge gleich groß sind. Und Richtung 90° strebt der Prozentwert gegen Unendlich, weil die Lauflänge gegen null geht. Eine Steigung von 100° gibt es nicht, 100% aber sehr wohl.
In Deutschland werden Steigungen und Gefälle über die Gefahrzeichen der StVO Z 108 (Gefälle) und Z 110 (Steigung) angekündigt. Die Richtlinie für die Markierung (RMS) sieht die Aufstellung üblicherweise ab 10% vor. Unterhalb dieses Schwellenwerts werden Gefälle nur dann markiert, wenn besondere Umstände (Kurven, Nässe, schwacher Straßenzustand) das erfordern.
| Prozent | Eindruck für Autofahrer |
|---|---|
| 4% | Deutlich spürbar, kaum markiert |
| 8% | Standardwert vieler Alpenpässe |
| 10% | Meldepflichtig auf Schildern |
| 15% | Grenzbereich für Wohnmobile und LKW |
| 20% | Nur mit geeigneten Fahrzeugen befahrbar |
Bei längeren Gefällen nimmt die Belastung der Betriebsbremse zu. Für LKW gilt die Empfehlung der Motorbremse ab 5% Gefälle, bei Wohnmobilen mit Anhänger ist bei anhaltenden 10% besondere Vorsicht geboten. In der Schweiz und in Österreich begegnen Fahrer auf Pässen Werten bis 18% (etwa Stilfser Joch, südliche Rampe rund 9% im Mittel, einzelne Kehren deutlich steiler).
Baunormen schreiben maximal zulässige Neigungen vor. Die wichtigsten Werte im Überblick:
| Anwendung | Maximale Steigung | Regelwerk |
|---|---|---|
| Barrierefreie Rampe | 6% | DIN 18040-1 |
| Rampe Tiefgarage (Außenbereich) | 15% | EAR (Empfehlungen) |
| Rampe Tiefgarage (innen) | 20% | EAR |
| Auffahrt Einzelgarage | 10 bis 15% | Länderbauordnungen |
Eine barrierefreie Rampe nach DIN 18040 darf laut Regelwerk 6% Steigung nicht überschreiten. Für längere Rampen sind Zwischenpodeste nach maximal 6 m vorgeschrieben. Wer im öffentlichen Bau plant, muss diese Grenze einhalten.
Beim Dach spricht man nicht von Steigung, sondern von Dachneigung. Der Winkel wird in Grad oder in Prozent angegeben.
| Dachtyp | Neigung |
|---|---|
| Flachdach | 0 bis 7° (0 bis 12%) |
| Pultdach | 5 bis 30° (9 bis 58%) |
| Satteldach typisch | 30 bis 45° (58 bis 100%) |
| Walmdach | 30 bis 45° |
| Steildach (Franken, Alpen) | 45 bis 60° (100 bis 173%) |
Je steiler das Dach, desto schneller läuft Regenwasser ab und desto weniger Schnee bleibt liegen. Deutsche Dachdecker orientieren sich an der Regeldachneigung der jeweiligen Deckung: Ziegel 22°, Biberschwanz 30°, Schiefer 25°. Unterhalb dieser Grenzen sind Zusatzmaßnahmen nötig.
Im Eisenbahnbau werden Steigungen nicht in Prozent, sondern in Promille (‰) angegeben, weil die Werte deutlich kleiner sind. Ein Regelzug schafft keine 10% Rampe — Rad-Schiene-Reibung reicht dafür nicht aus. Typische Werte:
1 Prozent entspricht 10 Promille. Für die Umrechnung zwischen beiden Maßen gibt es einen eigenen Rechner auf dieser Seite (siehe Promille-Rechner).
Für Rennradfahrer und Wanderer sind Steigungsangaben Alltag. Die Durchschnittssteigung eines Passes wird aus Gesamthöhendifferenz und Lauflänge gebildet — einzelne Kehren sind oft deutlich steiler als der Mittelwert vermuten lässt.
| Anstieg | Länge | Durchschnitt |
|---|---|---|
| Alpe d'Huez (Tour de France) | 13,8 km | ~8,1% |
| Stilfser Joch (Südrampe) | 21,5 km | ~7,4% |
| Mortirolo (Mazzo-Seite) | 12,4 km | ~10,5% |
| Passo del Mortirolo (Edolo-Seite) | 18,9 km | ~6,2% |
Die Zahlen sind offizielle Durchschnittswerte, nicht Maximalwerte. Am Mortirolo gibt es Rampen von über 18%. Wer trainiert, nutzt die Durchschnittssteigung zur Leistungsplanung: bei 8% Steigung und 70 kg Fahrergewicht entspricht jeder zusätzliche km/h Tempo grob 10 Watt mehr Leistung.
Im Wanderbereich gilt die Faustregel: eine moderate Bergwanderung bewegt sich bei 15 bis 20% Steigung. Ab 25% wird es Geröll- oder Klettergelände. Die vom Deutschen Alpenverein markierten Steige bleiben in der Regel unter 40%.
Lauflänge und Schrägstrecke verwechseln. Wer auf dem Tacho 1.000 m Fahrstrecke und 100 m Höhe abliest und 100 ÷ 1.000 × 100 = 10% rechnet, liegt leicht zu niedrig. Die 1.000 m sind die Schrägstrecke, nicht die Lauflänge. Die tatsächliche Steigung liegt bei etwa 10,05%. Bei starker Steigung ist der Unterschied relevant: bei 45° sind Schrägstrecke und Lauflänge um Faktor √2 verschieden.
Prozent und Grad gleichsetzen. 100% sind 45°, nicht 100°. Ein 90°-Winkel existiert als Grad, als Prozentwert strebt er gegen unendlich.
Linearen Umrechnungsfaktor verwenden. „Grad × 1,11 = Prozent" funktioniert bis etwa 5° mit Fehler unter einem Prozentpunkt. Ab 10° wächst der Fehler deutlich. Die korrekte Umrechnung läuft immer über Tangens.
Durchschnittssteigung mit Maximalsteigung verwechseln. Ein Pass mit 8% Durchschnittssteigung enthält fast immer einzelne Abschnitte über 12%. Wer Fahrzeug oder Bein für die Durchschnittszahl plant, unterschätzt die schwierigsten Kehren.
Aufgabe 1. Eine Straße steigt auf 1.500 m Lauflänge um 120 m. Wie groß ist die Steigung?
Aufgabe 2. Ein Satteldach hat einen Neigungswinkel von 30°. Wie viele Prozent Steigung entspricht das?
Aufgabe 3. Eine barrierefreie Rampe überbrückt 60 cm Höhenunterschied. Wie lang muss die Lauflänge mindestens sein (max. 6% nach DIN 18040)?
Aufgabe 4. Ein Radfahrer überwindet am Mortirolo 1.300 m Höhenmeter auf 12,4 km Lauflänge. Welche Durchschnittssteigung?