Von 3.000 € auf 3.150 €?
Erhöhung: +5%.
Gib altes und neues Bruttogehalt ein. Du siehst die Erhöhung in Prozent — und ob sie die Inflation schlägt.
Von 3.000 € auf 3.150 €?
Erhöhung: +5%.
Von 2.800 € auf 2.912 €?
Erhöhung: +4%.
Von 4.500 € auf 4.770 €?
Erhöhung: +6%.
Gehalt steigt von 3.200 € auf 3.450 €. Wie hoch ist die Erhöhung?
Erhöhung: +7,81%. Rechnung: 250 ÷ 3.200 × 100.
Jahresgehalt von 48.000 € auf 52.000 €. Wie viel Prozent mehr?
Erhöhung: +8,33%. Differenz 4.000 € geteilt durch 48.000 €.
Externes Angebot: 52.000 € auf 58.000 €?
Erhöhung: +11,54%. Vor Vergleich Zusatzleistungen addieren.
Jede Gehaltsverhandlung beginnt mit einer einzigen Rechnung. Du vergleichst dein altes Bruttogehalt mit dem neuen Angebot und fragst, wie viel Prozent dazwischen liegen.
Prozentuale Erhöhung = (Neu − Alt) ÷ Alt × 100
Ein Beispiel aus dem Alltag. Dein Grundgehalt steigt von 3.200 € auf 3.450 €. Die Differenz sind 250 €. Geteilt durch 3.200 und mal 100 ergibt das eine Erhöhung von 7,81%. Nicht 8%, wie man auf den ersten Blick vermutet — Prozentrechnung ist nicht symmetrisch.
Die Umkehrformel ist genauso wichtig. Wenn dein Arbeitgeber 4% Erhöhung anbietet und du das neue Gehalt ausrechnen willst, multiplizierst du das alte mit dem Faktor 1,04.
++Neues Gehalt = Altes Gehalt × (1 + Prozentsatz ÷ 100)**
Bei 3.200 € und 4% ergibt das 3.200 × 1,04 = 3.328 €. Der Faktor 1,04 steht für 100% des bisherigen Gehalts plus 4% Aufschlag. Für 5% multiplizierst du mit 1,05, für 10% mit 1,10.
Ein klassischer Fehler: die Differenz durch das neue Gehalt teilen statt durch das alte. Dann kommst du bei 3.200 → 3.450 auf 7,25% statt auf 7,81%. Der Bezugspunkt einer Erhöhung ist immer der Ausgangswert.
Eine 5%ige Bruttoerhöhung bringt dir keine 5% mehr auf dem Konto. Sozialabgaben und Lohnsteuer sind progressiv — je mehr du verdienst, desto höher der Grenzsteuersatz. Der Nettoeffekt liegt in der Regel bei **55 bis 65%++ der Bruttodifferenz.
Grobe Orientierung für Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, Stand 2026:
| Bruttogehalt | +5% Brutto | Netto-Zuwachs | Anteil |
|---|---|---|---|
| 3.000 € | +150,00 € | ca. +85 € | rund 57% |
| 4.500 € | +225,00 € | ca. +125 € | rund 55% |
| 6.000 € | +300,00 € | ca. +155 € | rund 52% |
| 8.000 € | +400,00 € | ca. +190 € | rund 48% |
Die Bestandteile der Abzüge: Lohnsteuer (progressiv, 14 bis 45%), Solidaritätszuschlag (nur oberhalb der Freigrenze), Krankenversicherung (rund 8,15% inkl. Zusatzbeitrag), Pflegeversicherung (2,3 bis 4%), Arbeitslosenversicherung (1,3%), Rentenversicherung (9,3%). Bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2026 rund 8.050 € West) greifen die Sozialabgaben voll, darüber bleibt mehr netto hängen.
Deshalb wirkt eine Erhöhung bei Einkommen knapp unter der BBG anders als darüber. Wer von 7.800 € auf 8.200 € springt, kreuzt die Grenze und bekommt die letzten Euro nur mit Steuer, nicht mit KV- und RV-Beitrag belastet.
Der zweite Filter ist die Inflation. Eine nominale Erhöhung bedeutet mehr Zahlen auf dem Vertrag. Eine reale Erhöhung bedeutet mehr Kaufkraft.
Realer Zuwachs ≈ Nominaler Zuwachs − Inflationsrate
Die Formel ist eine Näherung und reicht für Alltagsvergleiche. Exakt lautet sie (1 + nominal) ÷ (1 + inflation) − 1, aber bei üblichen Raten unterscheiden sich beide Werte nur um Nachkommastellen.
| Nominale Erhöhung | Inflation | Realer Zuwachs |
|---|---|---|
| 2% | 3,5% | −1,5% (Kaufkraftverlust) |
| 3% | 3% | 0% (Stagnation) |
| 5% | 2,5% | +2,5% |
| 8% | 3% | +5% |
Im Inflationsjahr 2022 lag die deutsche Teuerungsrate bei 6,9% laut Statistisches Bundesamt. Wer damals 4% Gehaltserhöhung bekam, verlor real Kaufkraft. Seit 2024 bewegt sich die Rate wieder näher an den 2% Ziel der EZB. Für eine saubere Verhandlung addierst du die aktuelle Inflation zu deinem Wunschzuwachs dazu.
Rund die Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer arbeitet nach Tarifvertrag. Die Gewerkschaften handeln hier die Erhöhungen zentral aus, meist in mehreren Stufen pro Laufzeit.
Die konkreten Prozentsätze ändern sich mit jeder Tarifrunde. Prüfe vor der Verhandlung den aktuellen Entgelttarifvertrag deiner Branche über die Gewerkschafts-Website oder das WSI-Tarifarchiv. Nicht-tarifgebundene Unternehmen orientieren sich oft an diesen Werten, sind aber nicht daran gebunden.
Mehrjährige Tarifabschlüsse oder individuell vereinbarte Staffelungen rechnen sich nicht linear. Zwei Stufen von 3% ergeben nicht 6%, sondern 6,09%. Der Effekt heißt Zinseszins und wächst mit der Laufzeit.
++Gesamtfaktor = (1 + r₁) × (1 + r₂) × (1 + r₃) …++
Ausgangsgehalt 3.500 €, drei Stufen von je 3% über drei Jahre:
| Jahr | Faktor | Gehalt | Gesamtzuwachs |
|---|---|---|---|
| 0 | 1,00 | 3.500,00 € | — |
| 1 | 1,03 | 3.605,00 € | +3,00% |
| 2 | 1,0609 | 3.713,15 € | +6,09% |
| 3 | 1,092727 | 3.824,54 € | +9,27% |
Bei ungleichen Stufen (zum Beispiel 4% + 2% + 3%) multiplizierst du 1,04 × 1,02 × 1,03 = 1,0923 und kommst auf 9,23% Gesamterhöhung. Für die Verhandlung entscheidend: eine einmalige Erhöhung um 9% heute ist besser als drei Stufen à 3%, weil das höhere Gehalt früher in die Rentenbemessung einfließt.
Das Arbeitsrecht kennt keinen gesetzlichen Anspruch auf regelmäßige Erhöhungen (§611a BGB zum Arbeitsvertrag, §106 GewO zum Weisungsrecht des Arbeitgebers). Der Zeitpunkt ist Verhandlungssache, aber bestimmte Anlässe sind strategisch besser:
Übliche Größenordnungen in Deutschland: 3 bis 5% jährliche Anpassung zum Ausgleich von Inflation und Erfahrung. 8 bis 15% bei Beförderung oder erheblich erweitertem Aufgabengebiet. 15 bis 25% bei externem Jobwechsel. Quellen für Benchmarks: Stepstone-Gehaltsreport, Kununu, Gehalt.de, der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.
Aufgabe 1. Dein Grundgehalt steigt von 3.200 € auf 3.300 €. Wie hoch ist die prozentuale Erhöhung?
Aufgabe 2. Der Arbeitgeber bietet 8% auf ein Jahresgehalt von 48.000 €. Was ist das neue Jahresgehalt?
Aufgabe 3. Du wechselst von 30 auf 40 Wochenstunden bei gleichem Stundensatz. Die Aufstockung ist keine klassische Erhöhung, sondern eine Ausweitung.
Aufgabe 4. Externes Angebot 58.000 € jährlich, aktuelles Gehalt 52.000 €. Wie viel Prozent bietet die Konkurrenz mehr?
Netto statt Brutto vergleichen. Arbeitsverträge nennen immer Bruttogehälter. Wer Netto-Zahlen vergleicht, vermischt Gehaltsstruktur mit Steuerklasse, Kirchensteuer und Freibeträgen. Für die Verhandlung gilt Brutto zu Brutto.
Sonderzahlungen ignorieren. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und tarifliche Einmalzahlungen gehören ins Jahresgehalt. Ein Monatsgehalt von 3.500 € mit 13. Gehalt entspricht einem Jahresbrutto von 45.500 €, nicht 42.000 €.
Zusatzleistungen nicht monetarisieren. Jobrad, ÖPNV-Ticket, BAV-Zuschuss, vermögenswirksame Leistungen und Essensgutscheine haben einen Bruttoäquivalent-Wert. Ein monatlicher Arbeitgeberzuschuss von 100 € zur Betriebsrente entspricht etwa 200 € Bruttogehalt, weil der Zuschuss steuer- und sozialabgabenfrei bleibt.
Variable Anteile mit festem Gehalt mischen. Boni und Provisionen sind nicht garantiert. Vergleiche das Fixgehalt separat und stelle die variablen Komponenten mit realistischen Quoten (50 bis 80% Zielerreichung) gegenüber.
Inflation ausblenden. Eine 3%ige Erhöhung bei 4% Inflation ist real ein Rückschritt. Wer nur die Vertragszahl sieht, übersieht den Kaufkraftverlust.
**Einmalzahlung mit dauerhafter Erhöhung verwechseln.++ Inflationsausgleichsprämien nach §3 Nr. 11c EStG (bis 3.000 € steuerfrei, Regelung ist Ende 2024 ausgelaufen) erhöhen das dauerhafte Gehalt nicht. Sie verbessern das Jahreseinkommen, fallen aber nicht in die Bemessung von Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Rente.