Rechnung 840 € mit 3% Skonto bei Zahlung innerhalb 14 Tagen?
Zahlbetrag: 814,80 €. Ersparnis: 25,20 €.
Ziehe den Skonto-Abzug von einer Rechnung ab. Standard bei schneller Zahlung im B2B.
Rechnung 840 € mit 3% Skonto bei Zahlung innerhalb 14 Tagen?
Zahlbetrag: 814,80 €. Ersparnis: 25,20 €.
Rechnung 1.250 € mit 2% Skonto bei Zahlung innerhalb 10 Tagen?
Zahlbetrag: 1.225,00 €. Ersparnis: 25,00 €.
Rechnung 4.500 € mit 3% Skonto?
Zahlbetrag: 4.365,00 €. Ersparnis: 135,00 €.
Großauftrag 12.000 € brutto mit 2,5% Skonto bei 7 Tagen?
Zahlbetrag: 11.700,00 €. Ersparnis: 300,00 €.
Kleinrechnung 800 € mit 3% Skonto — lohnt sich der Kredit?
Zahlbetrag: 776,00 €. Ersparnis: 24,00 €. Jahreszins-Äquivalent bei 2/10/30: über 36%.
Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung einer Rechnung. Rechtlich ist es eine nachträgliche Entgeltminderung nach §17 UStG — keine Kreditierung, sondern Belohnung für Liquidität.
Die beiden Grundformeln:
Zahlbetrag = Rechnungsbetrag × (1 − Skontosatz ÷ 100)
Ersparnis = Rechnungsbetrag × Skontosatz ÷ 100
Beispiel: Eine Rechnung über 2.500 € mit 2% Skonto ergibt 2.500 × 0,98 = 2.450,00 € Zahlbetrag. Die Ersparnis beträgt 50,00 €. Ein zweiter Fall — 4.500 € mit 3% Skonto: 4.500 × 0,97 = 4.365,00 €, Ersparnis 135,00 €.
Die Multiplikation mit dem Faktor (1 − Skontosatz ÷ 100) ist der schnellste Weg. Bei 2% Skonto multiplizierst du mit 0,98. Bei 3% mit 0,97. Die typischen Sätze im deutschen Mittelstand liegen zwischen 2 und 3 Prozent.
Auf fast jeder B2B-Rechnung steht eine Klausel wie "2/10 netto 30" oder "3/7 netto 60". Die Notation ist kompakt, aber eindeutig.
| Klausel | Bedeutung |
|---|---|
| 2/10 netto 30 | 2% Skonto bei Zahlung innerhalb 10 Tagen, sonst fällig nach 30 Tagen |
| 3/7 netto 30 | 3% Skonto bei Zahlung innerhalb 7 Tagen, sonst fällig nach 30 Tagen |
| 2/14 netto 60 | 2% Skonto bei Zahlung innerhalb 14 Tagen, sonst fällig nach 60 Tagen |
| netto Kasse | Sofort fällig, kein Skonto |
| 30 Tage netto | Fällig nach 30 Tagen, kein Skonto |
Die Skontofrist beginnt mit dem Rechnungsdatum, nicht mit dem Wareneingang. Einige Lieferanten setzen den Fristbeginn abweichend auf das Leistungsdatum oder den Versandtag. Die genaue Definition muss in den AGB oder auf der Rechnung stehen.
Das Zahlungsziel nach §286 BGB beträgt im B2B-Geschäft standardmäßig 30 Tage ab Rechnungszugang. Danach tritt Verzug ein, ohne dass eine Mahnung nötig wäre. Für Geschäfte mit Verbrauchern braucht es dagegen einen ausdrücklichen Hinweis auf die Verzugsfolgen.
Diese Frage ist buchhalterisch entscheidend. Skonto mindert immer den Bruttobetrag — also auch die enthaltene Umsatzsteuer.
Beispiel: Rechnung über 1.190,00 € brutto (1.000 € netto + 190 € MwSt.). Bei 2% Skonto:
Nach §17 Abs. 1 UStG muss der Unternehmer die Umsatzsteuer korrigieren, der Kunde seine Vorsteuer entsprechend kürzen. Das nennt sich Vorsteuerkorrektur. In der Praxis genügt eine interne Verbuchung — eine korrigierte Rechnung ist nicht zwingend nötig, wenn der Skontosatz auf der Originalrechnung ausgewiesen war.
Ein häufiger Fehler: den Skonto nur vom Nettobetrag abziehen und die MwSt. unverändert lassen. Das ist sowohl steuerlich als auch mathematisch falsch. Skonto wirkt auf den Gesamtbetrag und damit proportional auf Netto und Steuer.
Skonto zu ziehen heißt, 23 Tage früher zu zahlen und dafür 2% zu sparen. Übersetzt in eine Jahresrendite ist das spektakulär.
Jahreszins = (Skontosatz ÷ (100 − Skontosatz)) × (360 ÷ (Zahlungsziel − Skontofrist))
Die typischen Werte:
| Klausel | Effektiver Jahreszins |
|---|---|
| 2/10 netto 30 | ca. 36,7 % |
| 2/10 netto 60 | ca. 14,7 % |
| 3/7 netto 30 | ca. 47,4 % |
| 3/14 netto 60 | ca. 24,1 % |
| 3/10 netto 30 | ca. 55,7 % |
Beispielrechnung für 2/10 netto 30: (2 ÷ 98) × (360 ÷ 20) = 0,0204 × 18 = 36,7% pro Jahr. Wer den Skonto nicht zieht, gewährt dem Lieferanten faktisch einen Kredit zu 36,7% Jahreszins.
Die Kaufmannsregel: Skonto immer ziehen, solange der Kontokorrentzins unter dem Skonto-Jahreszins liegt. Bei 10% Dispozins lohnt sich praktisch jede übliche Skonto-Klausel. Selbst eine kurzfristige Kreditlinie ist deutlich billiger als der entgangene Nachlass.
Diese drei Begriffe werden im Alltag durcheinandergeworfen, bedeuten aber Unterschiedliches.
| Instrument | Zeitpunkt | Zweck | Buchung |
|---|---|---|---|
| Rabatt | Beim Kauf | Preisnachlass vor Rechnungsstellung | Direkte Minderung des Nettopreises |
| Skonto | Nach Rechnungsstellung | Belohnung für schnelle Zahlung | Nachträgliche Entgeltminderung (§17 UStG) |
| Bonus | Ende Geschäftsperiode | Umsatz- oder Mengenstaffel | Jahresend-Gutschrift, oft separat |
Reihenfolge im Rechenweg: zuerst der Rabatt auf den Nettopreis, dann die MwSt. auf den reduzierten Netto, zum Schluss der Skonto auf die Bruttosumme.
Beispiel — Listenpreis 1.000 € netto, 5% Rabatt, 19% MwSt., 2% Skonto:
Wer den Skonto versehentlich auf den Listenpreis statt auf den reduzierten Bruttobetrag anwendet, bezahlt am Ende den falschen Wert und riskiert Rückfragen vom Lieferanten.
Skonto ist kein gesetzlicher Anspruch, sondern eine Vereinbarung zwischen Lieferant und Kunde. Er muss auf der Rechnung oder in den AGB ausgewiesen sein — ansonsten darf der Kunde ihn nicht ziehen.
Zieht der Kunde Skonto, obwohl die Frist verstrichen ist, gilt der abgezogene Betrag als offen. Der Lieferant darf nachfordern und nach §286 BGB in Verzug setzen. Im B2B-Geschäft läuft der Verzugszins dann bei 9 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz (§288 Abs. 2 BGB). Bei B2C-Geschäften sind es 5 Prozentpunkte.
Eine Sonderfrage ist der Skonto bei Teilzahlungen. Die Rechtsprechung (BGH IX ZR 179/16) verlangt, dass die gesamte Rechnung innerhalb der Skontofrist ausgeglichen ist. Wer nur teilweise zahlt und vom Rest Skonto abzieht, verliert den Anspruch auf den Nachlass.
In der Baubranche gilt die VOB/B. Dort ist Skonto oft mit 3% bei 14 Tagen üblich, teilweise auch mit gesonderten Klauseln für Abschlagsrechnungen. Das Skontorecht bleibt auch bei Teilabnahmen bestehen, sofern die jeweilige Abschlagsrechnung fristgerecht bezahlt wird.
Skonto auf bereits rabattierten Betrag falsch berechnen. Die Reihenfolge ist Rabatt zuerst, dann MwSt., dann Skonto auf den Bruttobetrag. Wer den Skonto auf den Listenpreis rechnet, bekommt ein falsches Ergebnis.
Umsatzsteuer nicht anpassen. Skonto mindert Netto und MwSt. proportional. Nach §17 UStG muss die Vorsteuer entsprechend korrigiert werden. Die Buchhaltungssoftware macht das meist automatisch, wenn der Skontosatz beim Zahlungseingang erfasst wird.
Skontofrist nach Zahlungseingang berechnen. Maßgeblich ist nicht der Tag der Gutschrift beim Lieferanten, sondern — je nach Vereinbarung — der Tag der Überweisungsauftragserteilung oder des Geldeingangs. Die sichere Variante: Überweisung zwei Banktage vor Fristablauf anstoßen.
Skonto bei Barzahlung vergessen. Auch Barzahlung erfüllt die Skontofrist, sofern sie innerhalb der vereinbarten Tage erfolgt. Der Nachweis läuft über Quittung oder Kassenbeleg.
Bei Gutschriften falsch korrigieren. Erteilt der Lieferant nachträglich eine Gutschrift, mindert sie zuerst den offenen Betrag. Der Skonto wird dann auf den reduzierten Restbetrag angewendet — nicht auf den ursprünglichen Rechnungswert.
Skonto als Dauer-Nachlass behandeln. Skonto ist an die Frist gekoppelt. Wer regelmäßig nach Ablauf zahlt und trotzdem Skonto abzieht, handelt rechtswidrig. Lieferanten schreiben den Betrag oft kommentarlos nach, ziehen bei Wiederholung aber die Konsequenz und streichen die Skonto-Klausel in künftigen Verträgen.