Allianz: 15,40 € Dividende, Kurs 310 €?
4,97% Dividendenrendite. Rechnung: 15,40 ÷ 310 × 100. Allianz gehört zu den Dividendenaristokraten im DAX.
Gib die Jahresdividende je Aktie und den aktuellen Kurs ein. Du erhältst die Brutto-Dividendenrendite in Prozent.
Allianz: 15,40 € Dividende, Kurs 310 €?
4,97% Dividendenrendite. Rechnung: 15,40 ÷ 310 × 100. Allianz gehört zu den Dividendenaristokraten im DAX.
Siemens: 5,20 € Dividende, Kurs 195 €?
2,67% Dividendenrendite. Siemens erhöht die Dividende typischerweise moderat und stetig.
Deutsche Telekom: 0,90 € Dividende, Kurs 30 €?
3,00% Dividendenrendite. Die Telekom zählt zu den klassischen Ausschüttern im DAX.
Dividenden-ETF: Ausschüttung 1,05 € auf Anteilspreis 30,00 €?
3,50% Ausschüttungsrendite. Bei Aktien-ETFs greift §20 InvStG mit 30% Teilfreistellung — netto bleibt deutlich mehr als bei Einzelaktien.
US-Aktie: 2,40 $ Dividende, Kurs 80 $ — Bruttorendite?
3,00% brutto. US-Quellensteuer 15% wird per DBA auf die deutsche KESt angerechnet, Gesamtbelastung bleibt bei 26,375% ohne KiSt.
Yield on Cost: 4,00 € Dividende auf Einstandskurs 40 € vor 10 Jahren?
10,00% Yield on Cost. Für den Kaufvergleich heute irrelevant — dort zählt der Current Yield zum aktuellen Kurs.
Die Dividendenrendite verknüpft die Jahresdividende mit dem Aktienkurs. Sie zeigt in Prozent, wie viel du gemessen am eingesetzten Kapital ausgeschüttet bekommst.
Dividendenrendite (%) = (Jahresdividende / Aktienkurs) × 100
Welcher Kurs eingesetzt wird, entscheidet über die Aussage. Zwei Varianten sind im Gebrauch:
| Variante | Bezugswert | Was sie misst |
|---|---|---|
| Current Yield | aktueller Kurs | Rendite beim Kauf heute |
| Yield on Cost (YoC) | Kurs zum Einstand | Rendite auf dein historisches Invest |
Ein Beispiel. Du hast eine Aktie vor zehn Jahren für 40 € gekauft. Heute steht sie bei 100 €, die Dividende beträgt 4 €. Der Current Yield liegt bei 4,00 %. Der Yield on Cost bei 10,00 %. Beide Zahlen sind korrekt — sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.
Beim Kaufvergleich zählt ausschließlich der Current Yield. Der YoC ist eine rückblickende Kennzahl für das eigene Depot und eignet sich nicht zur Bewertung einer Aktie gegenüber Alternativen.
Bei ausschüttenden Dividenden-ETFs heißt die Kennzahl Ausschüttungsrendite. Die Formel bleibt gleich, nur die Inputs ändern sich.
Ausschüttungsrendite = (Ausschüttung je Anteil / Anteilspreis) × 100
Ein Welt-Dividenden-ETF mit Anteilspreis 30,00 € und Jahresausschüttung 1,05 € erreicht eine Ausschüttungsrendite von 3,50 %. Thesaurierende ETFs haben definitionsgemäß keine Ausschüttungsrendite — die Erträge werden im Fondsvermögen wieder angelegt. Anleger erhalten trotzdem die steuerliche Vorabpauschale nach §18 InvStG.
Bei Fonds greift die Teilfreistellung nach §20 InvStG. Aktienfonds mit mindestens 51 % Aktienquote bekommen 30 % der Erträge steuerfrei gestellt. Diese Regel gilt nur für Fonds, nicht für Einzelaktien.
Auf Dividenden fällt die Kapitalertragsteuer (KESt) an. Die pauschale Belastung setzt sich aus drei Bausteinen zusammen, geregelt in §20 EStG und §43 EStG.
| Komponente | Satz | Basis |
|---|---|---|
| Kapitalertragsteuer | 25,000 % | Dividende |
| Solidaritätszuschlag | 5,5 % | der KESt (= 1,375 Punkte) |
| Kirchensteuer (optional) | 8 % oder 9 % | der KESt (= 2,000 / 2,250 Punkte) |
Daraus ergeben sich drei Standardbelastungen:
Rechenbeispiel ohne Kirchensteuer. Aktie 100 €, Dividende 4,00 €, Bruttorendite 4,00 %. Steuer: 4,00 × 0,26375 = 1,055 €. Netto-Dividende 2,945 €. Nettorendite: 2,95 %.
Der Sparer-Pauschbetrag hebt diese Belastung teilweise auf: 1.000 € pro Jahr für Ledige, 2.000 € für zusammenveranlagte Ehepaare. Mit Freistellungsauftrag bleibt die Belastung bis zu dieser Grenze bei null. Wer mehr als 25.000 € auf Dividendentiteln hält mit 4 % Rendite, überschreitet den Freibetrag als Single.
Dividenden aus ausländischen Aktien werden zweimal besteuert: einmal im Herkunftsland (Quellensteuer), einmal in Deutschland. Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) begrenzen den Anteil, den das Ausland einbehält, und regeln die Anrechnung.
| Land | Quellensteuer lokal | DBA-Satz auf Dividende | In DE anrechenbar |
|---|---|---|---|
| USA | 30 % | 15 % (Formular W-8BEN) | 15 % auf KESt |
| Schweiz | 35 % | 15 % nach Rückerstattung | 15 % auf KESt |
| Frankreich | 25 % | 12,8 % nach DBA | 12,8 % |
| Niederlande | 15 % | 15 % | 15 % |
| Großbritannien | 0 % | 0 % | entfällt |
Beispiel US-Aktie, 100 € Dividende, keine Kirchensteuer:
Die 35 % der Schweiz werden nur zu 15 % direkt angerechnet — die restlichen 20 % holst du dir per Rückerstattungsantrag bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung zurück. Depotbanken bieten das als Service an, oft gegen Gebühr.
Am Ex-Tag (Ex-Dividende-Tag) wird die Aktie erstmals ohne Dividendenanspruch gehandelt. Der Kurs fällt morgens rechnerisch um den Bruttodividendenbetrag. Eine 4-€-Dividende zieht den Kurs einer 100-€-Aktie auf rund 96 € — alles andere gleich.
Ein naiver Plan, am Vortag zu kaufen und die Dividende einzustreichen, schafft deshalb keinen Mehrwert. Was du an Dividende bekommst, verlierst du im Kurs. In Deutschland kommt die Steuer on top: Die volle KESt greift, der Kursverlust ist nicht sofort gegenrechenbar. Im Nettobetrachtung verlierst du.
Drei Stichtage sind relevant:
Anspruch auf die Dividende hat, wer am Abend vor dem Ex-Tag die Aktie besitzt. Das Handelsvolumen steigt rund um HV-Termine messbar an, besonders bei DAX-Titeln mit großen Ausschüttungen.
Zur Einordnung — Größenordnungen, keine Empfehlungen. Werte schwanken mit dem Kurs und Dividendenbeschluss.
| Segment | Typische Spanne | Beispiele (ohne Titelnennung) |
|---|---|---|
| Dividendenaristokraten | 2,0 – 4,5 % | Konzerne mit 25+ Jahren steigender Dividende |
| Dividendenkönige | 2,5 – 4,0 % | Unternehmen mit 50+ Jahren steigender Dividende |
| DAX-Durchschnitt | 2,5 – 3,5 % | breiter deutscher Aktienmarkt |
| Dividenden-ETFs | 3,0 – 5,0 % | gefilterte Welt-Portfolios |
| REITs (Immobilienaktien) | 4,0 – 7,0 % | ausschüttungspflichtig per Konstruktion |
| „Hochdividende" | 7,0 % und mehr | oft Titel unter Druck |
Die Bezeichnung Dividendenaristokraten bezieht sich in den USA auf S&P-500-Firmen mit 25 Jahren Dividendenerhöhung in Folge. Dividendenkönige haben 50 Jahre in Folge erhöht. Beides sind rein qualitative Filter, keine Garantie. Eine Firma kann das Siegel jederzeit verlieren, wenn sie die Dividende senkt oder streicht.
Dividendenrendite mit Gesamtrendite verwechseln. Die Dividendenrendite ist nur die Ausschüttungskomponente. Kursgewinne (oder -verluste) kommen hinzu. Die Gesamtrendite eines Jahres lautet: (Dividende + Kursänderung) ÷ Kaufkurs × 100. Eine Aktie mit 3 % Dividendenrendite und 10 % Kursverlust hat eine Gesamtrendite von −7 %.
Fiskalische Realität ignorieren. 4 % brutto sind in Deutschland ohne Freibetrag rund 2,95 % netto. Vergleiche mit steuerfreien oder teilbefreiten Anlageformen (Bausparen, Riester-Rente, §23 EStG-Spekulationsfrist bei Edelmetallen) verzerren sich ohne diese Korrektur.
Die Hochdividendenfalle. Rendite = Dividende ÷ Kurs. Fällt der Kurs, steigt die Rendite mechanisch. 10 % Dividendenrendite sind häufig das Symptom einer fallenden Aktie — nicht eines großzügigen Unternehmens. Prüfe immer die Ausschüttungsquote (Dividende ÷ Gewinn). Werte über 80 % sind kritisch, über 100 % kommt die Dividende aus der Substanz.
Yield-on-Cost als Vergleichsmaßstab nehmen. Ein YoC von 10 % klingt besser als 4 % Current Yield bei einer Alternative. Doch der YoC ist fest mit deinem historischen Einstand verknüpft und hat keine Aussagekraft für Neugeldentscheidungen. Verkauf und Reinvestition in eine 5-%-Alternative würde den echten Ertrag erhöhen — unabhängig von jedem historischen YoC.
Brutto/Netto-Vergleich bei gleicher Rendite. Zwei Aktien, beide 4 % Dividendenrendite. Eine ist eine DAX-Aktie, eine eine US-Aktie. Netto in Deutschland (ohne KiSt, ohne Freibetrag):
Steuerlich identisch, solange die US-Quellensteuer ordnungsgemäß angerechnet wird. Unterschiede entstehen, wenn Anrechnung scheitert — etwa bei falschem W-8BEN oder bei Titeln aus Ländern ohne DBA.
Portfolio-Dividendenrendite. Drei Positionen mit je 10.000 € Wert und Dividendenrenditen 2,0 %, 3,5 %, 5,5 %. Durchschnitt: (0,020 + 0,035 + 0,055) ÷ 3 = 3,67 %. Bei ungleich gewichteten Positionen rechnest du jede Position einzeln: Dividende pro Position summieren, durch Gesamtwert teilen, mal 100. Der Rechner oben liefert die Einzelrendite je Position.